Geschichte

Ein kleiner Rückblick aus der Geschichte Heubachs.

Anlass eines großen Festes im Jahr 2003 war die 700-Jahr-Feier, aufgrund der Entdeckung der bislang ältesten urkundlichen Ersterwähnung Heubachs aus dem Jahr 1303. In jener Zeit ist der Ort im Besitz der Herren von Bickenbach, die ihn 1399 an Kurfürst Rupprecht von der Pfalz verkaufen …

Zur Identifikation der Heubacher Bevölkerung mit ihrem Ort gehört auch, dass sie gerne „Flagge zeigt“. Zu besonderen Anlässen lassen Heubach-Fahnen mit dem Ortswappen erkennen, wo man zu Hause ist.

Das Wappen ist in seiner Darstellung identisch mit dem Heubache Gerichtssiegel von 1709 und zeigt im geteilten Siegelfeld den Pfälzer Löwen, weiß-blaue Rauten sowie hinter einer kleinen Wasserfläche eine mit einer Kugel bekrönte Sandsteinsäule, an die sich ein kleiner Mann stützt. Damit ist einerseits die wechselvolle Vergangenheit, das heißt politische Zugehörigkeit des Ortes, versinnbildlicht.

Die Sandsteinsäule andererseits ist bisher nicht identifiziert; als Hinweis auf die Heubacher Sandsteinbrüche kann sie nicht ausgelegt werden, da nach der Entstehung des Siegels (1709) noch etwa 100 Jahre bis zur Entdeckung der Steinbrüche vergingen. Ein Interpretationsversuch verweist auf die Ähnlichkeit der Abbildung im Wappen mit der Säule am Sausteigenbrunnen. Wie dem auch sei – sie macht sich gut im Wappen eines ehemaligen Steinhauerdorfes.


Die Heubacher Zeitleiste

  • 1399

    Anlass eines großen Festes im Jahr 2003 war die 700-Jahr-Feier, aufgrund der Entdeckung der bislang ältesten urkundlichen Ersterwähnung Heubachs aus dem Jahr 1303. In jener Zeit ist der Ort im Besitz der Herren von Bickenbach, die ihn 1399 an Kurfürst Rupprecht von der Pfalz verkaufen.
  • 1648

    Nach den Bauernkriegen und der Einführung der Reformation bringt der 30-jährige Krieg Elend, Pest und Verwüstung auch in den Odenwald: Heubach hat 1648 noch 3 Bürger (Familien). 1687 wird Heubach zur „churpfälzischen alleinigen Gemeinde“ erklärt.
  • 1754

    Im 18. Jahrhundert regt sich Leben im Ort besonders im kirchlichen Bereich: 1701/02 Wiedererrichtung der katholischen Pfarrei, 1754/59 Wiederaufbau der evangelisch-reformierten Kirche (ca. 50 Jahre später gesellt sich das reformierte Schulhaus dazu), 1754/55 Erbauung der lutherischen Kirche und Einrichtung einer lutherischen Schule. 1803 wird Heubach dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugeschlagen und als „ärmstes Dorf des Großherzogs“ bekannt. Zahlreiche Bürger fliehen vor der Not und schließen sich der Auswanderungswelle nach Amerika an. 1817 Als die Heubacher Steinbrüche entdeckt werden, beginnt eine neue Phase in der Geschichte des Ortes. Die „Steinhauerzeit“ prägt das Dorf im sozialen und wirtschaftlichen Bereich sowie in seiner baulichen Substanz, wie sie sich heute noch darstellt.
  • 1884

    1884/85 kann bereits an der neu errichteten Heubacher Schule – ein heute denkmalgeschützter Sandsteinbau - unterrichtet werden. Damit endet die Zeit der drei Konfessionsschulen im Ort. 1894 Die Errichtung der katholischen, und damit dritten Kirche.
  • 1911

    1911/12 erbaut die Gemeinde Heubach das „neue“ Rathaus (heute das Domizil mehrerer Vereine). Es entsteht natürlich aus Steinen der Heubacher Sandsteinbrüche.
  • 1920

    Bereits in den 1920er Jahren wird Heubach zum Ziel zahlreicher Sommerfrischler. Gastronomen im Ort sorgen in den folgenden Jahrzehnten mit Fremdenzimmern, Biergarten, Wandelhalle, Schwimmbad und Kutschpartien für eine steigende Anzahl von Erholungssuchenden.
  • 1950

    Auch in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts baut die Gemeinde auf den „sanften“ Tourismus; sie erlangt den Status eines „staatl. anerkannten Erholungsortes“, und die Bevölkerung engagiert sich erfolgreich im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
  • 1977

    Weiteren wirtschaftlichen Aufschwung erfährt der Ort, als sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus kleinen Heimwerkstätten drei Kleiderfabriken sowie eine Strickerei entwickeln und zahlreiche Arbeitsplätze anbieten. 1977 endet mit der Eingemeindung nach Groß-Umstadt die politische Selbständigkeit Heubachs – nicht jedoch das dörfliche Selbstbewusstsein, wie im Folgenden zu sehen sein wird.